Glück

Was ist Glück eigentlich? Evolutionstechnisch steht zweifellos das (Über-)Leben auf der Erde über allem. Alles weitere sind nur Sekundärgedanken, die diesem biologischen Impuls vermeintlich einen Sinn verleihen. Fragen nach dem „Wie“ sind die, die jeder von den über 7 Milliarden Erdbewohnern sicherlich anders beantworten wird. In irgendeiner Form wird jedoch als Antwort auf die Frage, was Leben für einen selbst darstellt mit Sicherheit das Wort „Glück“ fallen. Doch „happiness“ bedeutet für einen 8-jährigen Jungen in Indien ganz sicher etwas anderes als für einen Gleichaltrigen in Australien. 

Am 20. März eines jeden Jahres wird der Tag des Glücks, oder Weltglückstag gefeiert. Die UN hat diesen Feiertag 2012 mit der Resolution 65/309 ins Leben gerufen. Während ich diese Resolution lese merke ich zunächst, dass mir nach meinem Ausflug in die Welt der Vereinten Nationen als Teilnehmer von faumun vor fünf Jahren der UN-Sprech sehr fehlt (Ironie!), und zweitens, dass aus diesem drögen Dokument nicht hervorgeht, was denn das Glück der Welt eigentlich ist. Lediglich das universelle Streben nach Glück wird als menschliches Grundbedürfnis definiert. Es ist also schwierig, eine globale Definition zu formulieren. Klar scheint, dass es immer um das Zusammenspiel zwischen Natur und Sättigung geht; der Mensch möchte seine innersten Bedürfnisse erfüllt wissen, auf der Welt zurechtkommen und sich selbst verwirklichen. Glücklich wird also derjenige, der seinem Wunsch nachkommt, das ihm gegebene Leben nach seinen persönlichen Maßstäben bestmöglich zu leben. Sowohl Theologen als auch viele große Philosophen und Psychologen haben herausgearbeitet, und sind sich darin einig, dass das Streben nach Glück das oberste Ziel allen menschlichen Verhaltens darstellt. Dennoch ist Glück ein abstraktes globales, nicht definierbares und als allgemeines Grundgesetz darstellbares Konzept, das viele unterschiedliche Gesichter hat. Ich habe trotzdem versucht, eine Definition zu finden. Eingedenk (um mal beim UN-Sprech zu bleiben) der existenziellen Umstände eines jeden Individuums, ergibt sich daraus folgende Definition, die ich aus Ansichten von Thomas von Aquin, Spinoza und Erich Fromm und meiner bescheidenen Meinung zusammengedichtet habe:

Glück ist der in der menschlichen Natur angelegte biologische Antrieb, sein eigenes Ich den natürlichen und existenziellen Umständen entsprechend so zur Entfaltung kommen zu lassen, dass es, vernunftgetriebenen, innersten Wünschen und Gedanken folgend, sein volles Potenzial erschöpfen kann.

Ich geselle mich, dreist, wie ich nunmal bin, zu den großen Lehrern der Welt, die alle zu ähnlichen Anschauungen gelangt sind: Hass ist zu überwinden, Nächstenliebe zu praktizieren; und ich plädiere weiterhin für die persönliche Lossagung vom konsum-orientierten, egozentrischen Verhalten. Stattdessen sollten Altruismus, Empathie und Solidarität über der heutigen, von Narzissmus geplagten Gesellschaft stehen.

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