Die Kunst des Liebens

Wenn mich ein Buch auf meiner Reise jetzt schon nachhaltig geprägt hat und beim wiederholten lesen immer mehr Emotionen in mir auslöst, muss es ein gutes Buch sein. Ich spreche von „Die Kunst des Liebens” von Erich Fromm. Es ist ein zeitloses Meisterwerk. Jeder, der das hier liest, sollte im Anschluss eine Suchmaschine anwerfen und sich das Dokument besorgen (ich habe es als .pdf auf meinem Reader). Zur Not hilft auch der Gang in die Bibliothek oder in den gut sortierten Buchhandel – support your local dealer!

Nicht umsonst habe ich den 1956 erschienenen Bestseller des Öfteren erwähnt. Es ist kein Lösungsansatz für alle, die auf die ewige Liebe warten, hoffen und sich schon aufgegeben haben, sondern vielmehr ein Anreiz, über sich selbst, seine Wahrnehmung Fremder und sein Verhältnis zur Natur nachzudenken. Für die Lesefaulen: es ist meist sehr verständlich geschrieben und nur etwa 170 Seiten lang. Und die lohnen sich.

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Sag „Yeah“ zum Lieben.

Zusammenfassend lässt es sich wohl am besten so erklären: Fromm setzt sich mit dem romantischen Verständnis des modernen kapitalistischen Menschen im 20. Jahrhundert auseinander. Er geht davon aus, dass die wenigsten Menschen das Lieben wirklich kennen und beherrschen, da es eine Kunstform darstellt – und Kunst muss man bekanntlich lernen und trainieren. Dabei ist die wichtigste Emotion der Menschen die Liebe. Wir alle sollten uns überlegen, ob wir nicht bessere Künstler werden wollen. Diesen Klassiker zu lesen ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Ich arbeite bereits daran, sehe, was ich in der Vergangenheit eventuell falsch gemacht habe, wo ich noch Handlungsbedarf habe und was in den Köpfen meiner werten Ex-Freundinnen los war und ist. Sehr spannend. Natürlich ist es keine Gebrauchsanweisung und Fromms Worte sind nicht in Stein gemeißelt. Dennoch ist die Lektüre jede Sekunde wert, die es braucht, seine Worte aufzusaugen. Dass nicht jeder seiner Gedanken auf fruchtbaren Boden oder Zustimmung stößt, ist sicherlich normal – doch das Nachdenken über seine Worte ist definitiv lohnenswert.

Während ich so in meiner Hängematte liege, schalte ich den Reader ein und beginne, die Kunst des Liebens weiter zu erforschen. In meinen Gedanken schwirren die Worte meiner Nachbarin hier in Koh Phangan umher. Sie verrät mir, warum sie immer wieder hierher zurückkehrt und sogar sesshaft werden möchte. „Koh Phangan”, sagt sie, „ist der Ort auf der Welt, der von dir verlangt, dass du offen und ehrlich zu dir selbst bist. Dass du dich ergründest und Schmerz, Trauer, Liebe und Hoffnung zulässt. Es ist ein Ort von Weltoffenheit, der dir erlaubt, du selbst zu sein. Und das ist schließlich das Wichtigste auf der Welt, dass du du selbst sein kannst und dich so magst wie du bist. Phangan verlangt dir alles ab, ist brutal – und doch findest du hier dein Seelenheil. Wenn das alles stimmt, was du mir über deine Vergangenheit erzählt hast, finde ich: du bist auf einem sehr guten Weg.” 

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