West-Sumatra

West-Sumatra, ein Rückblick: Ich lande in Padang, wo sich die deutsche Rasselbande, die in den nächsten Tagen meine Reisegruppe bildet, verabredet hat – ich bin der Erste und fange das Warten in Gesellschaft einiger redseliger Taxifahrer an. „Ahh, Germany. Football, very good, yes?“ – „Yes!“. Nach und nach trudeln alle ein. Wir sind insgesamt zu sechst, drei Buben, drei Damen, gute Mischung.

Air Manis

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Poolsession.

Unser erster Stop ist Air Manis. Wir lassen uns in der dekadentesten Unterkunft nieder, die dieses Dörfchen zu bieten hat. Oben am Hang. Mit Pool und Hausfrau. Zum Kennenlernen keine schlechte Idee. Air Manis ist einer der wenigen Orte in West-Sumatra, der Surf-Anfängern gute Konditionen bietet. Ein Grund, warum wir diesen Strand ansteuern. Nach zwei Tagen steht jeder zumindest einigermaßen vernünftig auf dem Surfbrett. Mission erledigt, alle sind angefixt und haben den berühmten Surfer-Sonnebrand im Gesicht.

Bukittinggi

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Fleischwaren-Fachhandel.

Von Air Manis machen wir uns auf nach Bukittinggi. Ein Ort, der sonst vielen einheimischen Touristen als Durchreisestation dient. Dementsprechend wenige westliche Touristen sind hier unterwegs. Wir finden nach aufreibender Autofahrt ein abgefahrenes Hostel und machen einen Samstag aus dem Abend – wir saufen. Im muslimischen Indonesien gar nicht so einfach. In Air Manis haben wir gefühlt den gesamten Dorfvorrat Bier getrunken. Auch hier geht das Bintang, das indonesische Bier, schnell zur Neige. Wir finden Ersatz und lassen es mit den verrückten Locals krachen.

Danau Maninjau

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Unsere Titanic.

Von Bukittinggi sehen wir nicht viel. Am nächsten Morgen fahren wir zum Lake Maninjau. „Wer diesen See nicht gesehen hat, war nicht richtig in Bukittinggi“, verraten uns die Jungs aus dem Hostel. Wir glauben ihnen aufs Wort, als wir am Kraterrand des Sees stehen (darüber habe ich hier bereits ausführlich berichtet). Tags darauf fahren wir wieder nach Bukittinggi und erkunden die Innenstadt zu Fuß. Sie liegt wie ausgestorben da. Wir haben trotzdem unseren Spaß und hängen mit Ali, unserem Guide, auf einem Hausdach und im Anschluss im Hostel ab. Heute trinken wir nicht allzu viel, morgen steht Großes an. Wir gehen morgens auf den Underground Market frühstücken, danach im Eiltempo zum Königspalast – den Besuch hätten wir uns sparen können, das Gebäude hat für Einheimische allerdings eine enorme Bedeutung – und im Anschluss zum spektakulären Pacu Jawi. Ein absolutes Highlight der Reise. Ali bringt uns danach zum Busbahnhof, wo wir in den Nachtbus einsteigen, der „so zwischen 14 und 18 Stunden zum Ziel brauchen wird.“

Lake Toba

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Auf der Fähre von Parapat nach Tuk Tuk.

Nach rund 14 Stunden kommen wir am Tobasee an, dem größten See Indonesiens und dem größten Kratersee der Welt. Mit dem Boot fahren wir von Parapat nach Tuk Tuk, wo wir eine geniale Unterkunft finden, in der wir uns wie die Barbaren auf die Speisekarte stürzen. Jede Essensbestellung ruft beim Personal nur ein Lächeln und Kopfschütteln hervor. Es ist unglaublich gut und sehr günstig – und wir sind sechs hungrige Deutsche. Wen wundert’s? Wir futtern uns durch das reichhaltige Essensangebot und lassen die Seele baumeln. Zwei unserer Mitstreiter haut es bei einer Rollertour vom Scooter, sie bleiben Gottseidank einigermaßen heil – ein paar Touristentattoos haben sie sich allerdings vom Asphalt stechen lassen.

Bukit Lawang

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Sonnenaufgang in Bukit Lawang.

Vom Lake Toba machen wir uns auf nach Bukit Lawang. Acht zermürbende Autostunden später kommen wir dort heil an – die letzten 30 Kilometer fühlen sich an, als würden wir über die Mondoberfläche fahren. So viele Schlaglöcher habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen, geschweige denn gespürt. Wir finden eine günstige Unterkunft und buchen gleich eine geführte Dschungeltour. Zwei Tage, eine Nacht im berühmten Gunung Leuser Nationalpark, um Orang-Utans zu finden und den Dschungel zu genießen. Hier endet mein Aufenthalt in Indonesien, ich mache mich auf den Weg zum Flughafen und fliege nach Bangkok weiter. Wer eine spannende Route durch West-Sumatra sucht, dem sei unsere Abenteuerreise ans Herz gelegt. Die anderen sind sogar noch weiter bis an die Nordspitze der Insel gefahren und haben nur Gutes berichtet.

(Von Parapat fährt eine Fähre nach Tuk Tuk, dauert etwa eine Stunde.)

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